Diagnose Sexismus – antisexistische Aktionswoche an der Charite!

In der Ersten Dezemberwoche laden die MSFC und die Kritischen Medizinner*innen euch ein, über Sexismus-Erfahrungen im Alltag und in der Klinik zu sprechen.
Wir bieten euch ein einwöchiges Programm an, welches Raum für Austausch und Kollaboration bieten soll, und diese längst überfällige Debatte in ein persönliches sowie strukturelles Licht rückt.
Wir freuen uns auf eure Teilnahme und euren Input!

Hier ein vorläufiges Programm, welches wir zeitgemäß updaten werden 🙂

Montag 3.12 – Einführungsveranstaltung mit Dr. Kurmeyer, Frauenbeauftragte der Charite
Ort: Hörsaal Hautklinik
Zeit: 19 Uhr

Am ersten Abend möchten wir euch gerne die Arbeit der MSFC und der Kritischen Medizinner*innen sowie unsere gemeinsame Sexismus-Plattform vorstellen. Ihr werdet einen Einblick erhalten, was eure Kommiliton*innen uns von ihren sexistischen Erfahrungen im Klinikalltag berichtet haben.
Wir bereden in offener Runde die Gründe und Arten von Sexismus. Dr. Christine Kurmeyer, Frauenbeauftragte der Charite, wird hierzu einen Vortrag halten und speziell auf den Alltagssexismus in der Klinik eingehen.

Dienstag 4.12 Vortrag von Weibliche Quelle – Laura Meritt (in Vertretung)
Ort: Hexenhaus

In Vertretung besucht uns am Mittwoch Laura Merrit, Inhaberin des Sex-Shops ‘Sexclusivitäten’ und Sex-Positivistische Feministin. Sie wird mit uns über jene Aspekte der Sexulität reden, die die Lehre nicht lehrt. Mehr Informationen dazu gibt es bald hier.

Donnerstag 6.12. – Persönlicher Abend und Gesprächsrunde
Ort: Hautklinik
Zeit: 19 Uhr

Am dritten Abend würden wir gerne persönlich mit euch Erfahrungen über Sexismus austauschen! In kleinen Runden beschäftigen wir uns mit euren Geschichten und diskutieren, wie wir am besten in solchen Situationen uns selbst und einander beistehen können.

Freitag: Buchvorstellung „Die Uhr die nicht tickt. Kinderlos glücklich.“ von Sarah Diehl
Ort: Lernzentrum R. 01.050, Virchowweg 3, CCM 
Am Freitag werden wir die großartige Gelegenheit haben, uns mit der Autorin, Filmemacherin und Aktivistin Sarah Diehl im Rahmen ihrer Buchvorstellung auszutauschen.

Inhalt des Buches:
Immer mehr Frauen bleiben freiwillig kinderlos, nicht nur in Deutschland. Politik und Gesellschaft hadern damit, obwohl inzwischen jede Frau selbst entscheiden kann wie und mit wem sie leben will. Geht es ums Kinderkriegen, wird jedoch unbeirrt festgehalten an der Vorstellung vom angeborenen Mutterinstinkt und der Idee vom allein seligmachenden Glück der Kleinfamilie.

Sarah Diehl plädiert für ein Umdenken und für eine Akzeptanz verschiedener Lebensmodelle. Statt sich an alte Denkmuster zu klammern und überholte Scheindebatten zu führen, fordert sie Eltern und Kinderlose dazu auf, die Zukuft gemeinsam zu gestalten.


Samstag: Workshop
Am Samstag besuchen uns die Aktivist*innen von S.I.G.N.A.L. um uns im Umgang mit Sexismus durch Rollenspiele praktische Möglichkeiten zu bieten. Es wird einen Erfahrungsaustausch geben sowie Rollenspiele um konkrete Situationen zu simulieren. Ziel ist es dabei Strategien und Handlungen zu lernen und üben, die es ermöglichen den eigenen Spielraum zu erweitern, zu widersprechen und sich zu wehren
Es wird unterdessen Möglichkeiten zur Reflexion geben und praktische Hilfe geboten, und ein organisierter oder gemeinschaftliche Ansatz der antisexistischen Arbeit vorgestellt.
Anmelden könnt ihr euch unter: og_berlin@vdaeae.de

30 Teilnehmer*innen wird der Workshop ermöglicht. Mehr Informationen zur Anmeldung folgen bald!

Das Soll ist voll!

Unsere Pflege feiert Neujahr im Oktober

Silvester? Das muss gefeiert werden! In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober ließen sie es krachen. Auf dem Hermannplatz in Berlin hatte das „Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“ eine kleine Silvester-Party für alle Pflegende organisiert.

Der Grund: Für die Beschäftigten in Krankenhäusern fiel Silvester dieses Jahr schon auf den 22. Oktober. Dann wäre das vorhandene Personal für 2018 nämlich aufgebraucht, wenn die Schichten so besetzt würden, wie es für eine sichere Patientenversorgung notwendig ist. Das hat ver.di bei einer Befragung festgestellt, an der sich bundesweit rund 600 Stationsteams beteiligt haben.

Zwischen dem 23. Oktober und dem 31. Dezember bricht die Versorgung in den Krankenhäusern nur deshalb nicht zusammen, weil Pflegekräfte über ihre Grenzen gehen und dabei ihrer Gesundheit ruinieren. Auf diesen Skandal wies ver.di mit bundesweiten Aktionen hin.

Quelle: https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung/++co++5c9a872a-bd73-11e8-bd52-525400f67940

Wir, als kritische Mediziner*innen und als Teil des Bündnis für „Mehr Personal im Krankenhaus“ stehen hinter ver.di und wollen auf den akuten Pflegenotstand und auf die verheerenden Bedingungen im Krankenhaus aufmerksam machen. Am Pflegepersonal darf nicht gespart werden! Es muss faire Arbeitsbedingungen geben, auch zum Wohle der Patient*innen.

Hier geht es zum ganzen Artikel von ver.di:

https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/entlastung/++co++5c9a872a-bd73-11e8-bd52-525400f67940

Kritische Filmabende

Dieses Semester haben wir einige Filme vorbereitet, die wir jeden zweiten Montag im Bandito Rosso (Lottumstr. 10a) jeweils um 20 Uhr zeigen werden.

Wir starten am Montang, dem 05.11., mit „Brand III – Widerstand im reichen Land“. Weitere Termine:Eintritt auf Spendenbasis

 

Weitere Informationen:

05.11.  Brand III – Widerstand im reichen Land

19.11. Iuventa Seenotrettung – Ein Akt der Menschlichkeit

03.12. SPK Komplex

17.12. Vulva 3.0 – Zwischen Tabu und Tuning

14.01. Der marktgerechte Patient

28.01. Hamburger Gitter

 

„Genetisches Phantombild“? – Veranstaltungsankündigung

Ende 2016 wurden nach zwei Mordfällen an jungen Frauen die Forderungen nach der polizeilichen Verwendung der neuen DNA-Technologien in Deutschland laut. Angestoßen von einer rechten Gruppe, die eine Feststellung der „Rasse“ von Täter*innen anhand von DNA-Spuren forderte, führte eine einseitige mediale Debatte dazu, dass Sicherheitspolitiker*innen schließlich ein „genetisches Phantombild“ versprachen. In Bayern wurden die so genannten Erweiterten DNA-Analysen daraufhin als Maßnahmen zur Gefahrenabwehr in das umstrittene neue Polizeirecht aufgenommen. Laut Koalitionsvertrag soll es der Polizei auch auf Bundesebene bald möglich sein, aus Tatortspuren äußere Merkmale von unbekannten Personen zu bestimmen. Und nicht nur in polizeilichen Ermittlungen spielen Erweiterte DNA-Analysen eine Rolle: Epigentische Altersbestimmungen wurden 2017 erstmals in einem deutschen Asylverfahren verwendet, um einem Geflüchteten den Minderjährigen-Status abzuerkennen.

Während einige Wissenschaftler*innen daran arbeiten, die Technologie für die Routineanwendung zu entwickeln, stehen andere ihrer Einführung kritischer gegenüber. Nicht zu unrecht, denn wie Anwendungsfälle zeigen, bergen die Analysen ein hohes Diskriminierungspotenzial gegen Minderheiten. Auch antirassistische und Datenschutz-Organisationen sprechen sich daher gegen die Ausweitung polizeilicher DNA-Befugnisse aus.

Über den Stand der Technik und die wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Debatte über Erweiterte DNA-Analysen informiert die Molekularbiologin Isabelle Bartram vom Gen-ethischen Netzwerk in einer gemeinsamen Veranstaltung mit den Kritischen Mediziner*innen Berlin.

 

Vortrag und Diskussion
14.11.2018, 18:30 h

Hörsaal der Hautklinik
Campus Charité Mitte
Rahel-Hirsch-Weg 4
10117 Berlin

Das Gen-ethische Netzwerk arbeitet seit Jahren kritisch zu der polizeilichen DNA-Sammelwut und setzt sich gegen die Einführung der „Erweiterten DNA-Analysen“ auf Bundesebene ein.

Interessierten-Plenum am kommenden Montag

Liebe Erstis, liebe Politikinteressierte, liebe Alle,

am kommenden Montag ist es wieder soweit: Wir beginnen das neue Semester mit einem offenen Interessierten-Plenum.

  • Du hast Lust, während deines Studiums Politik zu machen und dich zu vernetzen?
  • Du wolltest schon immer irgendwie aktiv werden, hast aber noch nicht so deins gefunden?
  • Du findest, dass gesellschaftliche Themen uns alle etwas angehen und wir die Dinge in die Hand nehmen müssen?

Wir freuen uns über alte und neue Gesichter, über stille Zuhörer_innen oder über mitgebrachte Themen. Auf dem Plenum wird es einen kurzen Input der AG Klimawandel und Gesundheit der bundesweit vernetzten Kritischen Mediziner*innen geben. Außerdem wird es eine Chronologie unseres Aktivismus‘ seit der Gründung geben. Das alles gemütlich mit leckeren Snacks und der Möglichkeit, später im noch was trinken zu gehen.

Die Eckdaten: Montag, den 22. Oktober um 17 Uhr im Café Flora auf unserem Campus und später ab ca. 20 Uhr im Bandito Rosso.

Wir freuen uns schon total auf Montag! Auf jede*n einzelne*n von euch!

Straßenumbenennung Charité Mitte

Zum wiederholten Male sind in der Nacht von Sonntag auf Montag, also zum ersten Unitag im Wintersemester 2018/19 die Straßen „Sauerbruchweg“ und „Bonhoefferweg“ umbenannt worden. Die neuen Straßennamen wurden innerhalb weniger Stunden wieder entfernt.

Wir unterstützen die wiederholte Umbenennung durch die Aktivist_innen und fordern den Vorstand der Charité auf, zum offenen Brief Stellung zu beziehen.

Es ist längst Zeit, das Schweigen über die Vergangenheit der Universitätsklinik zu brechen und Position zu beziehen.

Für genauere Informationen siehe unser Positionspapier Medizin im Nationalsozialismus.

Gemeinsam gegen Sexismus an Klinik und Uni – beteiligt euch!

Liebe Studierende, liebe Mitarbeiter*innen im Krankenhaus und an der Universität!

 

“Geh du mal bei XY (junger Patient) Blut abnehmen, dann hat er was Hübsches anzugucken.” (Arzt zu Famulantin)

”Was wollen Sie als Frau mal machen? Ich geb Ihnen einen Rat, machen Sie ein nettes, kleines Fach. Allgemeinmedizin zum Beispiel.” (Chefarzt zu PJlerin)

„Raten Sie mal, welcher der am besten ausgebildetste Muskel bei der Frau ist! Natürlich der Masseter. Warum?! Weil Frauen die ganze Zeit telefonieren!“ (Seminar im Medizinstudium)

Sprüche dieser Art kommen dir bekannt vor? Du macht als Medizinstudentin Praktikum auf Station und wirst von Patient*innen ständig als „Schwester“ angesprochen, was deinen männlichen Kollegen nicht passiert?

Solche Vorkommnisse sind Ausdruck der strukturellen sexistischen Diskriminierung in unseren Krankenhäusern und in der Umgebung der medizinischen Fakultät. Nicht selten als „Witz“ oder „Anekdote“ verkauft, werden sie wie nebenbei in alltägliche Gespräche eingestreut. Häufig wird solchen frauenverachtenden Sprüchen nichts entgegengesetzt, was sicher durch die im Krankenhaus und der Uni vorherrschendenden Hierarchien mitbedingt ist. Viel zu oft versickern sie daher im privaten Sand und hinterlassen bei uns ein unangenehmes Gefühl. Wir möchten unserer und eurer Empörung ein Ventil geben, und gemeinsam mit euch gegen diesen „Alltagssexismus“ vorgehen. Dafür brauchen wir eure Hilfe!

Wir sind ein Zusammenschluss der Kritischen Mediziner*innen, der Medical Students for Choice Berlin und des Queer Referats der Charité. Wir haben eine Plattform geschaffen, auf der wir sexistische Kommentare jeder Art, die euch im klinischen oder universitären Kontext begegnet sind, sammeln möchten. Das kann in Vorlesungen und Seminaren der Fall sein oder während Pflegepraktika, Famulaturen und PJ. Ganz explizit einschließen möchten wir auch rassistisch gefärbte sexistische Kommentare.
Die Plattform ruft ihr per Link auf und bleibt komplett anonym. Wenn ihr möchtet, könnt ihr unter euren Beitrag euren Namen setzen. Ihr könnt in der Ich-Form schreiben oder im Stil der oben genannten Zitate, ganz wie ihr wollt.
Wir möchten in einem ersten Schritt möglichst viele solcher Sprüche sammeln, uns austauschen und vernetzen. In einem zweiten Schritt würden wir die Kommentare gerne auf unseren Webseiten veröffentlichen, um den bisher weitgehend ignorierten klinischen „Alltagssexismus“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Wir möchten uns auf dem Boden der Sammlung aber auch weitere Aktionen überlegen, wie wir uns gegen die Normalisierung sexistischen Verhaltens wehren können. Wenn ihr nicht möchtet, dass euer Kommentar auf unseren Webseiten veröffentlich wird, könnt ihr uns das natürlich schreiben.
Ihr erreicht die Plattform unter diesem Link: https://goo.gl/forms/Z3sZEYyNqXd5gu2E2

 

Vielen Dank schonmal für eure Mitarbeit!

Gemeinsam können wir etwas verändern!

 

Solidarische Grüße

 

Kritischen Mediziner*innen

Medical Students for Choice Berlin (MSfC)

Queer Referat der Charité

Offener Brief an den Vorstand der Charité

Neben anderen Hochschulgruppen fordern wir vom Vorstand der Charité ein Statement zur Straßenumbenennung vom 09.07. Hierfür haben wir ein paar Fragen als offenen Brief der Pressestelle der Charité übermittelt – bisher ohne Antwort.

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Sehr geehrte Damen und Herren,
der Presse ließ sich letzte Woche Dienstag entnehmen, dass der Sauerbruchweg sowie der Bonhoefferweg überklebt wurden (https://www.tagesspiegel.de/wissen/debatte-ueber-ns-vergangenheit-strassen-an-der-charite-umbenannt/22786592.html#). Die Beteiligten der Aktion haben sich für Käte Frankenthal und Emma Haase entschieden, zwei Frauen, die vom NS-Regime verfolgt wurden. 
Wir haben diesbezüglich ein paar Fragen, die wir Ihnen stellen möchten:
 
  1.  Wie positionieren Sie sich zu der Rolle Ferdinand Sauerbruchs und Karl Bonhoeffers im Nationalsozialismus? 
  2. Wie stehen Sie zu der Umbennung dieser beiden internen Geländeadressen?
  3. Gab es bereits Gutachten zu diesem Thema bzw. Initiativen zur Umbennenung?
  4. Wie ist es darüber hinaus möglich, dass in der Ausstellung „Charité im Nationalsozialismus und die Gefährdungen der modernen Medizin“ über die Verstrickung der o.g. Personen aufgeklärt wird, ihnen dennoch ohne Kommentar ebenjene Wege und ein Hörsaal am Campus Mitte gewidmet werden?  
  5. Wie lässt sich die Ehrung dieser Personen – neben Hermann Stieve, Walter Stoeckel und Robert Rössle – mit Slogans wie „Wissenschaft in Verantwortung“„[s]eit über 300 Jahren steht für die Charité – Universitätsmedizin Berlin der Mensch in  seiner  Vielfalt  im  Mittelpunkt“ oder etwa „Lernen für die Medizin von morgen“   vereinbaren? Stehen diese Menschen nicht für eine Medizin von vorgestern sowie auch eine ethische Entgleisung, die es nie wieder geben darf?
Wir freuen uns auf Ihre Antworten.
    
    
Mit freundlichen Grüßen
    
die AG Kritische Mediziner*innen
    
    
die Initiative GeDenkOrt.Charité
AG International Physicians for the Prevention of Nuclear War
das Queer-Referat
die AG Medical Students for Choice (MSfC)
die AG Planetary Health
    
la:iz (FU Berlin)
huuls (HU Berlin)
RIA (HU Berlin)

Straßenumbenennung Charité Mitte

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass am 09.07.2018, auf dem Campus Mitte der Charité – Universitätsmedizin Berlin eine inoffizielle Straßenumbenennung stattgefunden hat.

Dabei wurden die Straßenschilder des „Bonhoefferwegs“ und „Sauerbruchwegs“ überklebt und umbenannt in „Käte-Frankenthal-Weg“ und „Emma-Haase-Weg“. Bei den betreffenden Wegen handelt es sich um interne Geländeadressen der Charité Berlin.

Sowohl bei Ferdinand Sauerbruch als auch bei Karl Bonhoeffer handelt es sich um Personen, deren Rolle im Nationalsozialismus kritisch diskutiert werden muss. Sauerbruch, einer der bekanntesten Chirurgen seiner Zeit, unterstützte das NS-Regime durch öffentliche Auftritte, übernahm wichtige Aufgaben als Gutachter und Berater und befürwortete medizinische Experimente in Konzentrationslagern. Karl Bonhoeffer hingegen war kein Sympathisant der NS-Diktatur, Familienmitglieder waren im Widerstand aktiv. Als Sachverständiger und Gutachter des Erbgesundheitsobergerichtes befürwortete er jedoch eugenische Zwangssterilisationen.

Emma Haase war eine kommunistische Krankenpflegerin, die die Zeitschrift „Bazille“ herausgab. 1933 wurde sie verhaftet und von der Charité entlassen. Nach 1945 war sie Oberin an der Charité und engagierte sich frauenpolitisch.

Käte Frankenthal stammt aus einer jüdischen Familie und arbeitete ab 1918 als Ärztin an der Charité, sie engagierte sich gegen das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs, führte Sexualberatungen durch und verteilte kostenlose Verhütungsmittel; unter der NS-Diktatur wurde sie als „national unzuverlässig“ und „nichtarisch“ verfolgt und emigrierte 1933 in die USA.

Wir unterstützen diese inoffizielle Straßenumbenennung auf unserem Campus, da wir eine kritische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit der Charité abseits von den bisherigen Maßnahmen der Unileitung für notwendig erachten. Zudem wünschen wir uns ein Umdenken darüber, welche Persönlichkeiten als Vorbilder für zukünftige Ärzt*innen dienen könnten. Hierbei sollten neben fachlichen Kenntnissen, gerade soziales Engagement und Zivilcourage den entscheidenden Stellenwert einnehmen. Zudem sollten mehr Menschen vertreten sein, deren Leistungen aufgrund von gesellschaftlichen Machtverhältnissen nicht gewürdigt wurden, z.B. Krankenpfleger*innen.

Morbus Kohle – selbstgemachte Gefahr für Klima und Gesundheit

Wir laden euch herzlich zu unseren Veranstaltung am 3.07.2018 zum Thema Klima und Gesundheit, mit dem Fokus auf der Nutzung von Kohle zur Energiegewinnung, ein!

Wir freuen uns viele von euch zu sehen und mit euch zu diskutieren!