vergangene Veranstaltungen

19.01.2017 Psychiatriekritik – Eine Einführung

Im Zuge der Neuen Linken kritisierten in den 60er und 70er Jahres des
20. Jahrhunderts einige weiße Akademiker die Psychiatrie radikal. Sie
forderten die abschaffung der Psychiatrie und die Existenzberechtigung
von verrückten Verhaltensweisen. Unter anderem durch diese radikale
Kritik erfolgten in mehreren Ländern Europas ab Mitte der 70er Jahre
Psychiatriereformen. Offensichtliche Gewaltformen in der Psychiatrie
wurden stark eingeschränkt und die Institution zur Gemeinde hin
geöffnet. Die Psychiatrie erlangte den Status einer modernen
Dienstleistung im Gesundheitssystem. Ab den 80er Jahren etablierte sich
eine von Psychiatrieerfahrenen und nicht mehr von Professionellen
getragene antipsychiatrische Bewegung. Doch trotz ungebrochener nicht
nur struktureller Gewalt, Zwangsmaßnahmen und unveränderten
Machtverhältnisse in der Psychiatrie wurde radikale Kritik an der
Psychiatrie aufgrund der erfolgten Reformen nur noch schwer vermittelbar
und die antipsychiatrische Bewegung verlor sich ins Marginale.

Im Vortrag wird zunächst in die Antipsychiatrische Theorie eingeführt.
Die Kernaussagen der Werke von Laing, Cooper, Basaglia, Szasz u.a.
werden dargestellt. Anschließend wird eine neue antipsychiatrische
Theorie formuliert, welche sich insbesondere mit dem Einfluss des
psychiatrischen Systems auf unser als normal wahrgenommenes Verhalten
beschäftigt. Ein solcher Perspektivwechsel scheint notwendig, wenn die
gegenwärtige Psychiatrie weiterhin radikal in Frage gestellt werden
soll. Zugleich erfordert es aber auch eine kritischen Haltung von Nicht-
Psychiatrieerfahrenen gegenüber ihrer stabilen Identität. Positionen
abseits von Normalität und Verrücktheit werden gefordert und schließlich
die Verbindung einer solchen identitätskritischen Vorgehensweise zu
queerfeministischen und antirassistischen Theorien aufgezeigt

08.12.2016 Podiumsdiskussion zu Streiks im Krankenhaus

Streik im Krankenhaus

06.12.2016 Gründung des Queer Referates an der Charitéflyer-queer-referat

04.11.2016 Kundgebung gegen die Alterszwangsfestsetzung von minderjährigen Geflüchteten

a5_neu11.01.2016 TTIP, TiSA, DRG… Auswirkungen von Ökonomisierung und Freihandel auf unser Gesundheitssystem.

0001Dass mit den Freihandelsabkommen wie TTIP, TiSA oder CETA mehr als nur das prominente „Chlor-Hühnchen“ in der Supermarkttheke verhandelt wird, hat sichja mittlerweile herumgesprochen. Doch was die EU-Komission zusammen mit Wirtschafts-Lobyist*innen hinter verschlossenen Türen verhandelt, weiß immer noch niemand. Auf jeden Fall geht es um weitreichende Entscheidungen für Arbeitsrechte, Umweltstandards, Mitbestimmungsrechte, demokratische Kontrolle und soziale Standards. Sind die Freihandelsabkommen einmal beschlossen, sind deren Vorschriften und Forderungen nicht mehr rückgängig zu machen.

Wir wollen uns auf unserer Veranstaltung mit der Auswirkung dieser Politik auf das deutsche Gesundheitssystem beschäftigen. Auch hier ist die Idee von Liberalisierung, Privatisierung und Ökonomisierung keine Neue. Schon seit längerem sind grundlegende Reformen in Bewegung gebracht worden. Sie betreffen uns als Patient*innen, Angehörige oder im Gesundheitssystem Beschäftigte. 

Doch was erwartet uns eigentlich noch? Können demnächst internationale Krankenhauskonzerne gegen den Staat klagen, weil die kostenlose Beratung des Gesundheitsamts zu sexuell übertragbaren Krankheiten eine Wettbewerbsverzerrung sei? Ist das ärztliche Aufklärungsgespräch bald eine Zusatzleistung, die wir privat zukaufen können? Wie teuer darf die Therapie eigentlich noch sein, die Kassenpatient*innen verschrieben wird?
Auf dem Podium wird uns der Völkerrechtler PD Dr. Marcus Schladebach (Uni Potsdam) einen Überblick über die juristischen und demokratischen Implikationen der neuen Freihandelsabkommen geben. Anschließend wird Dr. Nadja Rakowitz (VdÄÄ) diese neuen Entwicklungen in die aktuellen Zusammenhänge des deutschen Gesundheitssystems einordnen und einen Ausblick auf kommende Veränderungen geben. Neben den Vorträgen unserer beiden Gäste, 
wollen wir genug Zeit haben, um die politischen Entwicklungen gemeinsam zu diskutieren.

27.11.2015 Reisebericht aus Griechenland

flyerca-Seite001Austerität macht krank. Das weiß Syriza,das weiß die Troika und das erfährt die griechische Bevölkerung momentan am eigenen Leibe.

Nachdem die Mehrheit der Griech*innen bei dem Referendum im Juli gegen neue Sparmaßnahmen stimmte, willigte Alexis Tsipras nur wenige Tage später in eben diese Maßnahmen ein. Er erhoffte sich damit neue Hilfskredite von der Troika gebilligt zu bekommen.
Den größte Teil dieses Geldes muss die griechische Regierung allerdings für den Ausgleich alter Schulden ausgeben.Damit bleiben wenig Mittel übrig um das zerrüttete Land wieder aufzubauen.
Durch alle Medien ziehen sich die Artikel über die hohe Arbeitslosigkeit, die Auswanderung von “qualifizierten Fachkräften” und die Verrodung des Gesundheitssystems.
Wie aber gehen die Griech*innen mit diesen Umständen um? Wie wehren sie sich gegen die Austeritätspolitik?
Wie im Moment in keinem anderen europäischen Land, haben sich dutzende von solidarischen Strukturen gebildet, um die Bedürfnisse der Bevölkerung ohne staatliches Eingreifen zu regeln.
Unter anderem haben sich die “Clinics of Solidarity” oder solidarische Kliniken etabliert. Die erste Klinik wurde 2012 in Thessaloniki gegründet.Bis heute gibt es über fünfzig solidarische Kliniken und Apotheken über ganz Griechenland verteilt.
Ausschließlich über Spenden und Solidaritätsgelder finanziert stehen die Kliniken allen Menschen offen, die medizinische Hilfe benötigen. Während das staatliche Gesundheitswesen immer weniger in der Lage ist eine medizinische Versorgung zu gewährleisten, bieten die solidarischen Kliniken eine ernsthafte Alternative und zeigen, wie sich kollektiv um die Gesundheit der Gesellschaft gekümmert werden kann.
Wir waren in Athen und Thessaloniki unterwegs und haben uns mit Aktivist*innen aus verschiedenen solidarischen Kliniken getroffen. Die Eindrücke, die wir bekommen haben, und die Erfahrungen, die wir machen durften, wollen wir in einem Reisebericht mit euch teilen.
Begleiten werden uns an diesem Abend Renia Vagkopoulou und Wassili Tsapas, eine Ärztin und ein Arzt aus Griechenland, und Alexandra Pavlou, eine Aktivistin der solidarischen Klinik im Zentrum Athens.
Wir möchten euch einladen mit uns mehr über die Situation in Griechenland zu erfahren und über mögliche Perspektiven, die wir aus diesen Projekten ziehen können, zu diskutieren.
am 27.10.15 um 19:00 im Laika (Emser Str.131)

 

 

 

08.05.2015 Korfu-Party, 22Uhr, K9 (Kinzigstr.9)Korfu Party

Das neue Semester geht los und wir alle wissen, dass Feiern mindestens genauso wichtig ist wie Studieren. Darum hat die kritische Orientierungswoche natürlich auch eine Party. Wahrscheinlich triffst du hier dein Kneipenkollektiv, mit dem du die nächsten Jahre Woche für Woche im Cadlelight deiner neuen Lieblingskneipe hockst, oder die Räuber*innenbande, der du dich anschließt, um die Welt zu verändern. Was auch immer passiert, zumindest wirst du dabei von guter Musik begleitet. Ein Teil der Einnahmen wird nach Rojava/Kurdistan weitergeleitet, wo es beim Aufbau eines linken Gesellschaftsentwurfs benötigt wird.

kritischeuniberlin.de

 

 

22.04.2015 Veranstaltung zur Klassenmedizin

Weil du arm bist, wirst du früher sterben!

Die Rolle von Ärzt*innen in einer ungerechten Gesellschaft.

Eine Diskussionsveranstaltung mit Bernd Klavelage, dem Autor des Buches „Klassenmedizin“

Dass soziale Herkunft über Lebenserwartung und Krankheitsleiden entscheidet, ist mittlerweile wissenschaftlich unumstritten.Unter den chronisch Kranken sind Menschen aus den unteren Sozialschichten deutlich überrepräsentiert. Arme Menschen sterben in Deutschland 8 bis 10 Jahre früher als Wohlhabende. All das wird jedoch in den Strukturen des Gesundheitswesens, welches zudem immer mehr zur Gesundheitswirtschaft wird und in dem Spielräume enger werden, kaum berücksichtigt.

Psychosoziale Faktoren wie finanzielle Sorgen, schlechte Arbeits- und Wohnbedingungen und Disküberschrift schräg-Seite001riminierung haben einen enormen Einfluss auf die Entstehung oder den Verlauf von Krankheiten. Wir stellen also fest, dass die Gesellschaft krank machen kann, dementsprechend ist die Verantwortung für Gesundheit keine individuelle Angelegenheit, es ist eine gesellschaftliche.

Es bedarf eines grundlegenden Wandels dieser, um eine gerechte medizinische Versorgung zu schaffen.

Das gute Leben für alle liegt allerdings noch in weiter Ferne. Gesundheit ist keine Ware, Krankenhäuser keine Fabriken, die im Wettbewerb um die lukrativsten Patient*innen ums Überleben kämpfen müssen.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für die konkrete Praxis des ärztlichen Handelns? Wie können Ärztinnen und Ärzte sinnvoll mit diesen Widersprüchen umgehen? Wie können sie diese Ungleichheit berücksichtigen und gleichzeitig „alle Menschen gleich behandeln“? Und welche Rolle spielt hierbei die Ausbildung von Medizinstudierenden?

 

 

20. – 24.04.2015 kritische Orientierungstage an der FU BerlinKorfu Logo

Zusammen mit verschiedenen Hochschulgruppen der FU haben wir die Korfu für dieses Semester organisiert. Auch unsere Veranstaltung zur Klassenmedizin fand im Rahmen der kritischen Orientierungstage statt. Außerdem gab es Veranstaltungen und Workshops zu den Themen Ökonomisierung der Hochschullandschaft, Asyl, Hochschulpolitik, Feminismus, Rassismus, Extremismus und vieles mehr.

Mehr Infos gibt’s hier: kritischeuniberlin.de

 

 

01.12.2014 Informations- und Diskussionsveranstaltung

Ebola – eine Krankheit der Verhältnisse. Die sozialen und politischen Hintergründe einer Epidemie. Mit Anne Jung von Medico International.
In Zusammenarbeit mit Berliner Lokalgruppen von IPPNW und UAEM.

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22.10.2014 Informations- und Diskussionsveranstaltung

Medizinische Solidarität mit den Menschen in Rojava
Mit einem Vertreter des Verbands der kurdischen Ärzte in Deutschland e.V

Rojava

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